DPSG Stamm Wartbaum

Die Beate

Wer ist diese Frau, die eine einge Rubrik auf unserer Homepage bekommt?
Wie hat sie sich diese Ehre verdient?
Warum hat sie den Ehrenbrief des Landes Hessen bekommen?

Tja, wo soll man anfangen. Beate heißt eigentlich Beate Olbrich, jeder kennt sie aber als "die Beate". Es gibt sie irgendwie schon immer bei uns im Stamm.

Beate Olbrich hat zahlreiche Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg bei den Pfadfindern begleitet und sich in unzähligen Stunden aktiv im Stamm eingebracht, ohne als Kind selbst bei den Pfadfindern gewesen zu sein: die klassische Quereinsteigerin. Im Herbst 2005 hat sie nach 23 Jahren die aktive Gruppenleitung abgegeben, nachdem sich die von ihr zuletzt betreute Gruppe "aus Altersgründen" aufgelöst hat. Viele der von ihr in all den Jahren betreuten Jugendlichen arbeiten seither aktiv als Leiterin oder Leiter im Stamm Wartbaum mit oder haben dies viele Jahre getan. Seit September 1982 gehört Beate zum Leitungsteam. Sie wurde vom damaligen, leider verstorbenen Stammesvorsitzenden Hermann Groß angesprochen und hat – nach eigenen Angaben – nicht gleich "nein" gesagt, was damals als eindeutiges "ja" gewertet wurde. Daraus wurden mittlerweile 28 Jahre aktive Arbeit im Stamm Wartbaum.

Sie ist durch ihre stets fröhliche und lockere Art, aber auch durch ihr gewissenhaftes und zuverlässiges Arbeiten selbst zur Institution im Stamm Wartbaum geworden. Beate Olbrich kümmert sich dankenswerterweise nach wie vor als Materialwart um die Ausrüstung der Pfadfinder und steht Leitungsteam und Vorstand mit manch´ gutem Rat zur Seite – so manche quälende Diskussion konnte nach einem ausgleichenden und zusammenfassenden Wort ihrerseits zu einem guten Abschluß gebracht werden.

Hier der Pressebericht über Beate zur Verleihung des Ehrenbriefes des Landes Hessen:

Ratlose Gesichter waren am Abend des 7. Juli 2006 auf dem Gelände der Pfadfinder vom Stamm Wartbaum zu sehen. Eine große Zahl geladene Gäste aus 27 Jahren Stammesgeschichte, ehemalige Pfadfinder, Leiter und Stammesvorstände waren wegen eines "besonderen Ereignisses" gekommen. Sogar aus München und Berlin kamen einige extra angereist, sicher auch in der Vorfreude, mal wieder Pfadfinderluft schnuppern zu dürfen. Als Bürgermeister Gerhard Schultheiß und Landrat Erich Pipa erschienen, war das Getuschel groß und allen war klar, dass ein wirklich großes Ereignis bevorstand.

Nach einer kurzen Begrüßung der Gäste riefen die Stammesvorsitzenden Rita Weiß und Markus Bernard Landrat Pipa zu sich. Er mußte vor seiner Rede zunächst seine Krawatte ablegen, bevor ihm ein Pfadfinderhalstuch verliehen wurde – wohlgemerkt das orangefarbene für die Wölflinge, wie sich die kleinsten bei den Pfadfindern nennen. So fängt jeder einmal an – auch ein Landrat.

Mit seiner Rede trieb Erich Pipa die Spannung auf die Spitze – er lüftete das Geheimnis nicht sofort, sondern ließ die Gäste raten. Als er schließlich die Liebe zu „Happenpappen“ und schwarzem Tee ins Spiel brachte, war auch den letzten Zweifelnden klar, um wen es letztendlich ging: Beate Olbrich.

Der 1960 in Windecken geborenen Studienrätin wurde vom Hessischen Ministerpräsidenten für ihre herausragenden Verdienste im Stamm Wartbaum und der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen.

Seit September 1982 gehört Beate Olbrich zum Leitungsteam der Pfadfinder. Sie organisiert seither diverse Pfadfinderaktivitäten und hat auf ihren Pfadi-Touren den mittlerweile knapp 130 Mitglieder starken Stamm Wartbaum auch international bekannt gemacht. Ihre Auslandstouren, u.a. in den Westen der USA und ans Nordkap, haben Maßstäbe gesetzt und bei allen Jugendlichen bleibende Eindrücke hinterlassen. Sie hat zahlreiche Kinder auf ihrem Weg bei den Pfadfindern begleitet und sich in unzähligen Stunden ehrenamtlich eingebracht. Ende 2005 hat sie nach 23 Jahren die aktive Gruppenleitung abgegeben. Viele der von ihr betreuten Jugendlichen arbeiten seither aktiv im Stamm mit oder haben dies viele Jahre getan. Als Materialwartin und Spezialistin für Pfadi-Gottesdienste und den Pfarrfasching ist sie auch weiterhin unverzichtbar für die Kontinuität des Stammes.

"Beate Olbrich hat fast die gesamte 27jährige Geschichte unseres Stammes aktiv mitgestaltet und geprägt. Sie hat vielen Jugendlichen Orientierung gegeben und ihnen geholfen, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln," kommentiert der Vorsitzende Markus Bernard. Stets die pädagogischen Ziele der DPSG im Auge, hat sie die jungen Menschen ein großes Stück auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleitet und ihnen ermöglicht, schrittweise für sich selbst und für andere Verantwortung zu übernehmen. Ihr diplomatisches Geschick und ihr ausgereiftes Urteilsvermögen werden gerne von allen im Stamm angefragt, besonders in schwierigen Situationen.

In seiner Laudatio erklärte Landrat Pipa lachend mit Blick auf Beate Olbrich: Frauen mit so viel Tatkraft könne er gut in der Politik gebrauchen. Sie war sichtlich gerührt über die vielen lobenden Worte und die Überreichung des Ehrenbriefes. "Ich fühle mich wirklich geehrt", dankte Beate Olbrich dem Landrat.

Gerade als Bürgermeister Schultheiß sich den lobenden Worten seines Vorredners anschließen wollte, öffnete der Himmel seine Schleusen und eine Flucht in die Pfadfinderhütte war angesagt. Dies tat der Stimmung keinen Abbruch. Mit einem eigens getexteten Loblied auf Beate, reichlich "Happenpappen", kühlen Getränken und Liedern zur Beates Gitarre am Lagerfeuer wurde noch bis tief in die Nacht weitergefeiert. Alle waren und sind sich einig: Beate hat diese Auszeichung zu Recht erhalten.

Dem ist (fast) nichts hinzuzufügen – außer: Danke, Beate!

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