DPSG Stamm Wartbaum

Was halten die Eltern von den Pfadfindern?

Heute gibt es unendlich viele Anforderungen an Kinder/Jugendliche und Eltern. Fast täglich kann man in Zeitungen und Magazinen lesen, wie Kinder besser gefördert werden können. Die Angebote sind kaum zu überblicken. Von “Musikalischer Früherziehung” bis “Englisch im Kindergarten” gibt es wirklich alles. Aber das Ganze hat natürlich seine Grenzen. Man kann ja nicht zehn Kurse parallel nutzen.
Liest man auf der anderen Seite die Meldungen über Gewalt an Schulen oder Vereinsamung von Schülern, fragt man sich als Eltern schon, wie man es am besten hinbekommt mit der Entwicklung seiner Kinder. Nicht überfordern, aber in die richtige Richtung sollte es schon gehen.

Und dann gibt es die Pfadfinder. Bei den Pfadfindern haben unsere Kinder die Erfahrung gemacht, dass es ein Leben ohne Handy und Internet gibt und dass so ein Leben richtig Spaß macht und überhaupt nicht uncool ist. Bei den Pfadfindern gelten ganz einfache Regeln, die nach unserer Beobachtung einen wunderbaren Einfluss auf die Kinder haben.
Gemeinschaftserlebnisse in der Natur, mit einfachen Regeln, das ist die Formel, mit der es den Pfadfindern gelingt, dass die Kinder ganz wesentliche Elemente des Lebens lernen.
“Gemeinschaftserlebnisse und Natur” kommen im Alltag der Kinder und Jugendlichen in der Regel viel zu kurz, denn zu der Belastung der Schule kommen ja noch tägliches Chatten im Internet, Dauer-Beschallung aus dem MP3-Player und Spiele mit der Playstation. (Jede Mutter und jeder Vater weiß, dass diese Aufzählung unvollständig ist...)
Wenn die Kinder und Jugendlichen bei den Pfadfindern sind, machen sie andere Erfahrungen, die mindestens genau so wichtig sind wie der Satz des Pythagoras. Sie bauen gemeinsam ein Zelt auf, sie haben auf ihren Fahrten mal kein eigenes Badezimmer, aber einen Schlafsack, und keinen Fernseher, aber ein Lagerfeuer.
Und wenn wir Eltern sie dann wieder abholen, spüren wir, dass es ihnen offensichtlich sehr gut tut, vom Alltag abzuschalten und dass es auch sehr gut ist, ein paar Tage ohne Eltern gelebt zu haben.
Ein weiterer Punkt, der uns sehr positiv beeindruckt, ist, dass die Freundschaften, die unsere Kinder bei den “Pfadis” geschlossen haben, die intensivsten waren und am längsten andauern.
Manchmal beneiden wir unsere Kinder, denn wir waren nicht bei den Pfadfindern.
Dieses wirkliche Abschalten vom zivilisierten und elektronischen Alltag ist nach unserer Wahrnehmung außerordentlich erholsam (und täte wohl auch manchem Erwachsenen ganz gut).
Es ist übrigens auch für die Eltern eine sehr prägende Erfahrung, mehrere Tage von den Kindern getrennt zu sein ....
Wir sind jedenfalls fest davon überzeugt, dass es für Kinder kaum etwas besseres gibt, als bei den Pfadfindern zu sein.

Marion und Thorsten Oehl