DPSG Stamm Wartbaum

Die Pfadi-Hütte

Aktuelles zum zweiten Neubau unserer Pfadi-Hütte innerhalb von 12 Monaten lesen sie hier
Eine Aktualisierung des Artikels erfolgt, sobald der Hüttenneubau 2.0 abgeschlossen ist.
Anfahrtsskizze

Fast schon legendär…

Der stein- und holzgewordene Stolz des Stammes Wartbaum ist ohne Frage unsere Pfadfinderhütte – genannt Pfadi-Hütte – sowie deren Anbauten (wie die Küche und unser Luxusbad mit Dusche). Allen am Bau aktiv Beteiligten und Gönnern hat die Fertigstellung viel Schweiß, Ausdauer und Idealismus abverlangt.

Im Laufe unserer Recherchen über die Entstehung unseres heutigen Stammessitzes ist uns bewusst geworden, wieviel mit Engagement von Stammesleitung, Leiterrunde, Trupps, Eltern und guten Beziehungen erreichbar ist. Die Hütte und alles, was um sie herum entstand, ist ein Gemeinschaftsprodukt der Großfamilie Stamm Wartbaum.

Unsere geneigte Leserschaft wollen wir nun aber nicht länger auf die Folter spannen und berichten über die Schöpfung unseres Domizils:

Ähnlich wie Rom als Mittelpunkt des Römischen Reiches wurde auch die Hütte (als Mittelpunkt unseres Truppstundenreiches) nicht an einem Tag erbaut…

Suche nach eigenem Grund und Boden

Alles begann am 2. November des Jahres 1988. Unser damaliger Stammesvorsitzender Erich Marohn bat den Magistrat der Stadt Nidderau "um Überlassung einer geeigneten Freifläche zur Ausübung unserer Pfadfinderaktivitäten". Gruppenstunden wurden seit dem Abriss der legendären Villa Kunterbunt im Pfarrgarten in den charmanten Räumlichkeiten der Katholischen Kirche in Windecken abgehalten.

Einer Ergebnisniederschrift vom 19.12.1988 ist zu entnehmen, dass die damaligen Stadträte uns drei alternative Plätze anbieten konnten: den Platz an den Anglerteichen, einen Grund am Mühlberg und die ehemalige Bauschuttdeponie an der Leimenkaute…

Im April des Folgejahres forcierte der inzwischen zum Stammesvorsitzenden gewählte Horst "HSH" Schaub das Vorhaben seines Vorgängers. Aufgrund der größten Grundfläche war die Bauschuttdeponie zunächst der Favorit als Stammessitz Wartbaum, schied im Nachhinein aber aus gesundheitsbedenklichen Gründen aus.

Eine neue Lösung wurde nach langem Suchen und Schriftwechseln mit Stadt und Kreis gefunden: der BdP (Bund deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder) Stamm "Roter Milan" war Pächter eines großen Grundstückes "An der Leimenkaute" Flur 14, Flurstück 64/9.

Horst Schaub legte die Grundlage, indem er sich (nach der Auflage der Stadt Nidderau) am 16.10.1991 mit der Stammesleitung des "Roten Milan" Christine und Dr. Richard Bokorny darauf einigte, dem Stamm Wartbaum die untere, nicht genutzte Hälfte zur Nutzung zur Verfügung zu stellen.

Die eigenen vier Wände - eine Partyhütte

Die Mitglieder des Stammes freute die Tatsache, endlich ein Grundstück zu haben, so sehr, dass in überschwänglicher Freude die abenteuerlichsten Vorschläge und Bauzeichnungen bei der Stammesleitung für einen Hüttenbau eingereicht wurden. Selbstverständlich musste die Hütte auch optisch in das vom Roten Milan geprägte Gesamtbild passen.

Für einen der gut gemeinten Vorschläge von Seiten des Stammes hier ein Auszug eines Kommentars aus einem Brief (datiert 4.2.1992) von Christine Bokorny an Horst Schaub:

"Bevor Ihr Euch also zu „Hessischem Rokoko“ im Stil „Windecker Spätbarock“ entscheidet, sollte man sich vielleicht schon noch mal besprechen […]"

Der aus Eltern und Mitgliedern der Leiterrunde gegründete Bauausschuss trat am 13.9.1992 zum ersten Mal zusammen. Jetzt musste nur noch eine Hütte her….

Unser heutiges "zweites Zuhause" wurde seinerzeit (über Holger Keßlers Vater) von Heraeus dem Abi 90-Jahrgang der St. Lioba Schule in Bad Nauheim als Partyhütte gestiftet, aber nie aufgebaut. Dann lag sie zwei, drei Jahre beim Onkel von Bettina Weil in Ockstadt in einer Scheune. Bettina hatte damals vorgeschlagen, die Hütte als Pfadi-Hütte zu nehmen. Dort haben wir sie dann in einer Samstagsaktion auf einen Trecker geladen und nach Windecken verbracht.

Die Arbeiten konnten also beginnen…


Und nun los!? - Bürokratische Stolpersteine

Aber – kein Bauen ohne Baugenehmigung. Der Bauantrag "Nr. 01.006.93" wurde am 19. 1.1993 abgegeben.

Der Bauausschuß fand ein wüstes und leeres Feld vor, welches nach Bebauung und Beackerung schrie… Noch während der Bauantrag lief, wurde entschlossen drauflos gearbeitet. Nach anfänglichen kleineren oder auch größeren Schwierigkeiten (wie beispielsweise das Fundament mit schimmelndem Bims) ging es am 23. April 1993 richtig los.

Einige aus dem damaligen Leitungsteam waren aber fast immer verhindert. "Ich hatte eine harte Woche und seh\'s auch irgendwo nicht ein" war ein legendärer Satz, der als Argumentation für das Nichterscheinen zum Arbeitseinsatz herhalten mußte (paßt immer und überall, wenn man keine Lust auf irgendwas hat...).

Allerdings leider nicht bis zum glorreichen Ende, denn am 02.11.1993 erfolgte ein Bauverbot. Die Bauaufsichtsbehörde des Main-Kinzig-Kreises warf uns "Unerlaubtes Bauen in Stadt/Gemeinde: Nidderau 2 – Windecken Flur 14, Flurstück 64/9 nach § 101 (1) Nr. 1 i. V. m. § 83 (1) HBO" vor, was das Ende unserer Bauträume bedeutete! Hier ein Auszug aus dem Schreiben:

"Die mit Antrag vom Dezember 1992 beantragte Genehmigung zur Errichtung einer Pfadfinderhütte für den Verein Stamm Wartbaum St. Georg konnte bis heute nicht genehmigt werden, da uns noch immer die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde nicht vorliegt."

Wir trotzen den Stürmen…

Horst Schaub mobilisierte Prof. Dr. Rüdiger Storost und die Stammesleitungen vom Roten Milan, welche uns in Planung und Umsetzung unserer Vorstellungen sehr geholfen haben. Bei Bauausschuss und Unterer Umweltbehörde legten sie viele gute Worte für uns ein und so wurde am 09.02.1994 doch noch die Baugenehmigung erteilt.

Endlich konnte im selben Jahr unter größtem körperlichen Einsatz von Eltern und Leiterrunde, teilweise bis zur sprichwörtlichen Erschöpfung, die Hütte und auch unsere "legendäre" Treppe vollendet werden. Am 28.03.1995 konnte unser erstes Hütten- (und Treppen-) Fest zelebriert werden.


Fast schon dekadent…

In den Folgejahren wurden Zuwasser und Abwasserrohre verlegt. Dies wiederum bedeutete die Grundlage für die 1998 vollendeten Bad- und Duschräume, bzw. für die im Jahr 2000 fertig gestellte Küche. Aber getreu dem Motto einer Baumarktkette "es gibt immer was zu tun" wurde auch das Grundstück zwischen Juni und September des Jahres 2002 noch schöner…

Mit der in diesem Zeitraum erfolgten Begradigung und im Anschluß in Gruppenstunden entstandenen Dingen wie der Weidenhütte, dem Barfußparcours, Obstanpflanzungen, dem Geräteschuppen, unserem prächtigen Bannermast, etc. sind wir mit Recht besonders stolz auf den Platz, unsere Hütte und die Anbauten.


Und nicht zu vergessen:

Ohne finanzielle Unterstützung der Stadt, des Kreises und vor allem auch unseres Fördervereins wäre all dies natürlich undenkbar gewesen!

An dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Dankeschön für Euer aller Hilfe !!!