DPSG Stamm Wartbaum



Das Stockbrot

Jeder kennt es: Man sitzt gemütlich am Lagerfeuer, und plötzlich überkommt einen dieses nagende Hungergefühl, da die Küche tagsüber wieder mal nichts weiter als Brabsch serviert hat. Da man direkt vor sich eine natürliche Kochmöglichkeit lodern hat, liegt natürlich nichts näher, als bequem vom Lagerfeuer in den Mund zu speisen.

Man nehme sich also für 10 Personen

  • 1kg Mehl
  • 2 Päckchen Trockenhefe
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1 Esslöffel Öl
  • ca. 600 ml Wasser (je nach gewünschter Konsistenz des Teiges)

und, sofern man nicht auf keinen Fall auf Gemüse- und Fleischbeilagen verzichten möchte, eine Schüssel, in der man das Ganze vermenge. Wer sich jetzt fragt: „Womit?“, dem sei gesagt, dass es dort, wo man als Pfadi Lagerfeuer entzündet, in der Regel keine natürlichen Stromvorkommen gibt.

Man greife also auf die schier unerschöpfliche Ressource der mehr oder weniger willigen Kinder zurück, falls man keine Angst davor hat, dass das Rumoren im Bauch mangels genießbarer Ergebnisse immer lauter wird. Ansonsten bemühe man einfach mal den angeborenen Zehnfinger-Rühr-und-Knet-Apparat. Wer diese Problematik nicht so genau nachvollziehen kann, sollte einfach mal Beate fragen...

Wie der Name schon vermuten lässt, gehört zu einem gelungenen Stockbrot auch - ja, genau - ein Stock. Während der Teig geht, präpariere man sich einen solchen mit dem Taschenmesser. Wer dazu keine Lust hat und über keinerlei Schmerzempfinden verfügt, kann den Teig natürlich auch um ein Element des Zehn-Finger-all-in-one-Werkzeuges wickeln.

Nachdem nun alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, kommen wir zur individuell gestaltbaren Zubereitung: Während Wölflinge im Normalfall einen dicken Batzen auf die Spitze klatschen und diesen dann in Rekordzeit inmitten der züngelnden Flammen in ein kross-schwarz-braunes Etwas mit fließend-zäh-rohem Kern verwandeln, bevorzugt der erfahrene und (hoffentlich...) aus Fehlern lernende Rover eine sanfte Röstung der dünn umwickelten Teigwurst bis zur Gold-Bräune über der wabernden Glut.

Wer nie das angestrebte Resultat erzielt, bediene sich am besten beim Nachbarn - wie jeder weiß, lautet eines unserer Mottos ja "Pfadfinder teilen"...