DPSG Stamm Wartbaum

Die Tour

Werden die Pfadis und Rover auf Auslandsreisen geschickt, geht es natürlich nicht um eine Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse, sondern um das bewusste Erleben und die Entwicklung der Gruppe - schließlich befindet man sich meistens isoliert irgendwo in der Pampa und wenn nicht, dann doch zumindest in sprachlicher Isolation und sieht tagein, tagaus immer die gleichen Gesichter, auf die man sich auch noch verlassen können muss. Trotz kleinerer Konflikte (oder gerade wegen dieser?!) schweißt so eine Tour die Gruppe zusammen, so dass sich mitunter richtig gute Freundschaften entwickeln, die auch nach der Abschlusstour (ja, irgendwann bleibt einem nur noch der leidige Leiterjob, der eigentlich ganz schön wäre, wenn nur die Kinder nicht wären…;-) ) noch Bestand haben; an dieser Stelle sei auf die legendären Hornissen verwiesen.



Um die Tour erfolgreich bewältigen zu können, erhält jeder zu seinen persönlichen Utensilien noch einen Packen Material bestehend aus Beilen, Zeltplanen, Heringen, Seilen, Töpfen oder Nahrungsmitteln zusätzlich dazu, und alles muss irgendwie im irgendwie immer viel zu kleinen Rucksack untergebracht werden: Man ist ja schließlich „on tour“ und völlig auf sich selbst gestellt: Es gibt weder ein Materialzelt noch ein Küchenteam, auf die man zurückgreifen kann, und teleportierbare Zelte wurden bislang auch noch nicht erfunden. Also schultert jeder seine Siebensachen und begibt sich zunächst einmal Richtung Bahnhof oder Flughafen, je nach Reiseziel und Stärke der Truppkasse, die man durch Arbeitsaktionen in den zwei Jahren zuvor hoffentlich kräftig aufgefüllt hat. Ein beliebtes Reiseziel ist das Ijsselmeer, auf dem man zumeist Segeltörns unternimmt, die östlichen Länder werden gewählt, wenn man eher billig touren will, wobei sich hier Kanufahren oder Radeln empfiehlt, die anspruchsvolleren Trupps gehen in Schweden auf Kanutour, wer einfach nur Sonne sucht und dabei als Reise-Argument Kultur vorschiebt, begibt sich Richtung Südeuropa, und die ganz Mutigen wagen sich über den großen Teich und machen dort unter Beates Führung eine kleine Rundtour in Autos, die abgespeckte Version in Schottland ist allerdings auch ganz schön. Wer hierzu Genaueres wissen will, sollte einfach mal Beate fragen.



So eine Tour ist immer wieder ein Erlebnis und nicht selten äußert ein Kind den Wunsch, doch zurückgelassen und als vermisst gemeldet zu werden, doch die zwei bis drei begleitenden (und eigentlich nur beobachtenden ;-) ) Leiter bringen ihren Trupp stets zuverlässig in voller Gruppenstärke zurück - da helfen auch keine Bestechungsversuche der Eltern.

Aber egal ob Tour oder Sommerlager, am Ende kommt man immer wieder zur selben Erkenntnis: Wie schön hat man es doch zu Hause! Vor allem Dusche und Bett sind ein wahrer Luxus!