DPSG Stamm Wartbaum

Der Überfall

Eines der Highlights im Sommerlager, neben Geisterwanderung und Wasserschlacht, ist die Tageswanderung. Hier rennen wir entweder bei strahlendem Sonnenschein und gefühlten 45°C im Schatten oder Unwetter wie Hagel, Donner und Regen den lieben langen Tag mehrere hundert Kilometer durch die Natur und erfreuen uns an den unverständlichen Anweisungen der Führungstruppe. Die letzten Kilometer ist es sogar schon vorgekommen, dass manch Leiter von den Kindern getragen werden musste...

Nun aber zum in der Überschrift beschriebenen, wirklichen Ereignis des Lagerlebens:
In jedem unserer Sommerlager stellen wir einen sogenannten Bannermast auf. Meist ein 3-5m hoher Holzstamm, versehen mit Haken und Ösen, sowie einer Schnur, welche uns erlaubt unsere beiden Banner (Stammes- und DPSG-Banner) zu hissen. Tagsüber hat es sich bisher noch niemand getraut, uns mit ungehöriger Absicht zu besuchen, um eines der beiden oder sogar alle zwei Banner zu entwenden, denn zwischen 7.00 Uhr und 22.00 Uhr ist soviel Leben und Trubel auf dem Platz, dass es jedem noch so kleinen Wölfling auffallen würde, wenn sich jemand unerlaubt daran zu schaffen machte.

In der Nacht jedoch, wenn (fast) alle schlafen und sich von den Strapazen des Tages erholen, müssen wir sogar eine Nachtwache einteilen, die sich um eben diese beiden Banner kümmert und aufpasst, dass fremde „Besucher“, auch Überfäller genannt, sich nicht daran zu schaffen machen. Diese Überfäller sind zumeist daheimgebliebene aktive oder ehemalige Leiter oder Rover, die, sollten sie es wirklich schaffen, uns unserer Banner zu entledigen, in der ewigen Ruhmeshalle einen Platz bekommen und natürlich eine Forderung stellen dürfen, welche der Stamm erfüllen muss, um sein(e) Banner wiederzuerlangen.

Eben dieses soll also unsere Nachtwache verhindern. Lange Streifzüge durch die Umgebung des Lagers, natürlich bei völliger Dunkelheit, um Überfallaktivitäten möglichst schon im Keim zu ersticken, sind die Folge. Falls ein Geräusch, eine Bewegung oder andere „feindselige“ Aktivitäten wahrgenommen werden, kommt es schnell zur Handlung. Noch wache Rover, die es sich am Feuer gemütlich gemacht haben und natürlich die Nachtwachenleiter werden unter großem „Hallo“ alarmiert. Bereits schlafenden Rover oder Nachtwachenleiter müssen den sogenannten Mupfelkaltstart vollführen, bei dem sie in weniger als 10 Sekunden ihren Schlafsack (genannt Mupfel) gegen ihre Klamotten tauschen müssen, um die Spur der „Angreifer“ aufzunehmen und Schlimmeres zu verhindern. Es ist damit zu rechnen, dass binnen kürzester Zeit ein Großteil der Pfadis aus ihren Mupfeln gekrochen kommt, da die maskierten Angreifer mit lautem „Überfall“-Geschrei abgeschreckt werden sollen. Sollten sie es bis dahin wirklich geschafft haben, ein oder beide Banner zu entwenden, wird zumeist noch versucht, die Verfolgung aufzunehmen. Leider oftmals vergeblich, so dass wir tatsächlich die von den Überfällern genannte Forderung zu erfüllen haben, um unsere Banner zurückzubekommen.

Erwähnenswert scheint noch der Fall, dass die Überfäller gestellt, also gefangen werden und sich (so ist es bei uns Brauch) dann auch handlungsunfähig ans Lagerfeuer begeben um unter allerlei Gejohle so manchen Hohn und Spott über sich ergehen zu lassen. Die gestellten Überfäller, einmal gefangen genommen, würden sich selbst in Gegenwart von kleinen Wölflingen nicht mehr versuchen loszureißen und die Flucht zu ergreifen. Das gehört bei uns zum „guten Ton“. Natürlich steht bei alledem der Spaß im Vordergrund, so ist es kaum erwähnenswert, dass es niemals zu wirklichen Auseinandersetzungen oder Handgreiflichkeiten kommt, die Verletzungen der beiden Parteien zur Folge haben würden.

Denn: “Wir sind Pfaaaaaaaaaadis und lieben die Natur, wir sind auf Achse RUND UM DIE UHR....

Doch ein paar Regeln gibt es dennoch zu beachten, damit alles fair bleibt: Die Regeln